KOFFEREN - 31.11.2019  - Guy DAWSON - Irish Folk, Pop, Blues im McMüllers Pub

Zur Halloween-Party spielte und sang im McMüller's Brauereigasthof in Kofferen der aus der Nähe von Liverpool stammende Solist Guy Dawson. Angesagt waren bekannte Rock- und Pop-Songs, Blues und Irish Folk. Eine breit gestreute musikalische Palette, die aber ganz nach dem Geschmack des Publikums war.

„Hi, ich bin Guy aus Liverpool und singe ein paar Lieder für euch“, begann Dawson das Konzert fast ein wenig schüchtern. Man wisse nie, was auf einen zukomme, hatte er kurz zuvor in einem Gespräch verraten. Doch bereits nach den beiden ersten Liedern war die Unsicherheit beseitigt. Mit der Interpretation der Clapton-Klassiker „Nobody knows you, when you‘re down“ und „Tears in heaven“ baute Dawson spontan eine entspannt zwanglose Verbindung zum Publikum auf. Man kannte die Stücke und genoss die Atmosphäre. Als direkt nach den eher sentimentalen Songs „Viva la vida“ von Coldplay erklang, wurde deutlich, wie breit gefächert das Repertoire des Abends werden sollte. Songs ganz in der Tradition irischer Folk-Balladen wechselten mit Classic-Hits von Robbie Williams oder David Bowie bis hin zu Pink Floyd. Für Schmunzeln und Zustimmung sorgte eine ganz spezielle Coverversion des Beatles-Megasellers „Yesterday“. Dawson nahm darin den Brexit aufs Korn und erhielt spontanen Beifall bei der Textzeile „now I have to throw my passport away“.

Bei „Rocky road to Dublin“ klopften die Zuhörer begeistert den Takt mit. Das Traditional ist in unendlich vielen Versionen bekannt. So spielen die Dubliners es dezent instrumentiert, Flogging Molly macht daraus einen genialen Punk-Knaller; Guy Dawson sang die Lyrics genau so vorwärts getrieben, wie das Lied es verlangt, mitreißend begleitet auf der Bodhran. Natürlich durften einige Whisky-Songs nicht fehlen. Beim Lied über den Räuber, der in den Bergen bei Cork Captain Farrel überfällt, dessen Gold erbeutet und von später von seiner Molly verraten wird, gab es kein Halten mehr. „Whisky in the jar“lautet der in der Version von Thin Lizzy bestens bekannte Titel, bei dem die Tanzfläche gestürmt wurde.

Nicht nur das Publikum hatte viel Spaß an dem Konzert. Auch Guy Dawson steigerte sich in eine wahre Spiellaune und klang selbst nach über drei Stunden immer noch kraftvoll und klar. Der unter anderem als Frontman der irischen Band McMurphys Mates auftretende Sänger überzeugte auf der ganzen Linie. 


copyright Text und Fotos: Günter Jagodzinska / maxjago