TITZ - 03.12.2019

Verleihung der Heimatpreise 2019 und neuer Ehrenamtskarten 

Titz. Im Verlauf des Ehrenamtsfests in der Aula der Primus-Schule würdigte die Gemeindeverwaltung Titz die Preisträger des erstmals vergebenen Heimatpreises. Zudem wurden weitere Ehrenamtskarten des Landes NRW an Bürgerinnen und Bürger der Landgemeinde als Anerkennung für besonders intensives Engagement vergeben. Titz zählt zu den allerersten Gemeinden, die die von der Landesregierung initiierte Vergabe der Ehrenamtskarte an Privatpersonen umgesetzt hat. Auch aus diesem Grund war Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat , Kommunales, Bau und Gleichstellung, dem Wunsch gerne nachgekommen, das Amt der Laudatorin zu übernehmen.

Die ersten Träger des Titzer Heimatpreises sind die in die Vereinigten Vereine Hasselsweiler integrierte „Initiative zur Dokumentation der Hasselsweiler Dorfgeschichte“ und der Bürgerverein „Unsere Alte Schule Rödingen“. Stellvertretend für alle Beteiligten erläuterten Manfred Kappertz und Dr. Walter Liedgens aus Hasselsweiler die Motivation, die hinter dem ehrenamtlichen Engagement steht. Einerseits ist es der Wunsch, etwas wissen zu wollen über die Gemeinschaft, in der man lebt, und andererseits einen Ausgleich zu bieten, für das, was Gemeinschaft einem jeden individuell schenkt. Besonders Initiativen, die auch die Historie eines Orts im Blick hätten, würden die starken Wurzeln aufzeigen, aus denen heraus das funktionierende Zusammenleben gewachsen sei und weiter wachsen könne. Als dynamischer Leitsatz gelte: „Über das Erkennen der Geschichte die Gegenwart verstehen und für die Zukunft lernen.“

Bürgermeister Jürgen Frantzen hob erneut den unschätzbaren Wert hervor, den die Preisträger und die „mit dem heutigen Abend fast 300 Inhaber“ der Ehrenamtskarte uneigennützig leisten: „Die gemeinsame Klammer heißt Engagement. Engagement ist der soziale Kitt und die beste Grundlage für die Weiterentwicklung unserer Gemeinde.“ Ein weiterer für den Heimatpreis vorgesehener Verein hatte sich mit den Vergabekriterien nicht anfreunden können und von der Annahme Abstand genommen. Dies bedauere man, sagte Frantzen und fügte hinzu, dass der „Ausschuss als lernende und atmende Organisation beschlossen habe, die Vergabekriterien für kommende Heimatpreise etwas zu schärfen“.


Ministerin Ina Scharrenbach erinnerte an die Erkenntnis, dass ohne Ehrenamt kein Staat zu machen sei. Lobend erinnerte sie an die Entscheidung der Titzer Verwaltung, die bereits knapp vier Wochen nach Einführung der Ehrenamtskarte mit der Einsetzung eines diesbezüglichen Ausschusses als eine der ersten Gemeinden in ganz NRW aktiv geworden sei. „Auch in einer durch den Strukturwandel nicht unerheblich belasteten Region geben Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren, Hoffnung“, lautete ihr Fazit, das sie mit der Aufmunterung beschloss: „Lassen Sie sich nicht entmutigen!“ (jago)


Copyright Text und Foto: Günter Jagodzinska / maxjago





RÖDINGEN - 01.09.2019

Annette Stöckler, Christiane Brandt und  Martin Langer in der "ALTEN WEBEREI"





Die aktuelle Ausstellung in der Rödinger Galerie „Alte Weberei“ ist mit der Integration des Animationsfilms „Tawny“ in das Gesamtkonzept um eine weitere überaus sehenswerte Komponente bereichert worden. Neben der Premiere ihres kurzen Videoclips zeigt Annette Stöckler Skulpturen, Christiane Brandt präsentiert Gemälde, Martin Langer komplettiert das niveauvolle Angebot visueller Eindrücke mit aus Holz gefertigten Artefakten.



Das „Auge als Weg in das Innen“ steht als Leitidee über den von Annette Stöckler geschaffenen Köpfen. Schon beim Eintreten in den Raum wird der Betrachter durch einen seltsam provozierenden Blick einer Kopfskulptur mit Augen ohne Augäpfel und zum Zuhören bereiten Ohren aufgefordert, in gedankliche Interaktion zu treten. Dieser Eindruck setzt sich fort, unterstützt besonders durch das geschickt den Blick führende Arrangement. Neben der darstellenden Funktion entsteht, verstärkt durch die Integration von Kugeln in das Innere der Köpfe, ein sinnlicher Mehrwert.

„Xylische Artefakte“ nennt Martin Langer seine Holzskulpturen, die davon profitieren, sich in der Alten Weberei in einem luftigen, großzügig bemessenen Raum entfalten zu können. Sind die Werke einem prähistorischen oder ethnologischen Zusammenhang entnommen, sind sie im Alltag vergangener Zeiten genutzt worden? Möglich, doch eher unwahrscheinlich. Eine eindeutige Bestimmung wird nur im Kopf des Betrachters entstehen – oder auch nicht.

„Kleine Beobachtungen, die mir direkt in die Seele springen“ benennt Christiane Brandt die Situationen, die oftmals den Ursprung ihrer Gemälde bilden. Genau dies vermitteln die gezeigten Bilder: Szenische Surrealismen mit erkennbarem Gedankenanstoß ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Dabei machen die dargestellten Menschen einen geheimnisvoll introvertierten Eindruck, zeigen sich zufrieden und im Reinen mit sich selbst und ihrer Umwelt. Der Interpretationsspielraum animiert beim Betrachten zum Eintreten in ein spannendes Kopfkino.

Geöffnet ist die Ausstellung am 7. und 8. September jeweils von 15 bis 19 Uhr. (jago)