RÖDINGEN - 01.09.2019

Annette Stöckler, Christiane Brandt und  Martin Langer in der "ALTEN WEBEREI"





Die aktuelle Ausstellung in der Rödinger Galerie „Alte Weberei“ ist mit der Integration des Animationsfilms „Tawny“ in das Gesamtkonzept um eine weitere überaus sehenswerte Komponente bereichert worden. Neben der Premiere ihres kurzen Videoclips zeigt Annette Stöckler Skulpturen, Christiane Brandt präsentiert Gemälde, Martin Langer komplettiert das niveauvolle Angebot visueller Eindrücke mit aus Holz gefertigten Artefakten.



Das „Auge als Weg in das Innen“ steht als Leitidee über den von Annette Stöckler geschaffenen Köpfen. Schon beim Eintreten in den Raum wird der Betrachter durch einen seltsam provozierenden Blick einer Kopfskulptur mit Augen ohne Augäpfel und zum Zuhören bereiten Ohren aufgefordert, in gedankliche Interaktion zu treten. Dieser Eindruck setzt sich fort, unterstützt besonders durch das geschickt den Blick führende Arrangement. Neben der darstellenden Funktion entsteht, verstärkt durch die Integration von Kugeln in das Innere der Köpfe, ein sinnlicher Mehrwert.

„Xylische Artefakte“ nennt Martin Langer seine Holzskulpturen, die davon profitieren, sich in der Alten Weberei in einem luftigen, großzügig bemessenen Raum entfalten zu können. Sind die Werke einem prähistorischen oder ethnologischen Zusammenhang entnommen, sind sie im Alltag vergangener Zeiten genutzt worden? Möglich, doch eher unwahrscheinlich. Eine eindeutige Bestimmung wird nur im Kopf des Betrachters entstehen – oder auch nicht.

„Kleine Beobachtungen, die mir direkt in die Seele springen“ benennt Christiane Brandt die Situationen, die oftmals den Ursprung ihrer Gemälde bilden. Genau dies vermitteln die gezeigten Bilder: Szenische Surrealismen mit erkennbarem Gedankenanstoß ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Dabei machen die dargestellten Menschen einen geheimnisvoll introvertierten Eindruck, zeigen sich zufrieden und im Reinen mit sich selbst und ihrer Umwelt. Der Interpretationsspielraum animiert beim Betrachten zum Eintreten in ein spannendes Kopfkino.

Geöffnet ist die Ausstellung am 7. und 8. September jeweils von 15 bis 19 Uhr. (jago)



JÜLICH - 20.07.2019

17. Fußball- und Freizeitcamp des SC JÜLICH 10/97

Abgeschaut von den Großen: Vor dem Anpfiff bildeten die Kinder des „FC Liverpool“ den Mutmachkreis. Foto: Günter Jagodzinska (copyright jago / maxjago)

 

Geballte Schirmherren-Power: Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs hat es sich nicht nehmen lassen, gemeinsam mit seinen Kollegen Jürgen Frantzen aus Titz und Hermann Heuser aus Niederzier die Schirmherrschaft über das Angebot der Zehner zu übernehmen.

 Mit der Teilnahme von über 70 Kindern und Jugendlichen im Alter von vier bis 16 Jahren verzeichnet das 17. Fußball- und Freizeitcamp des SC Jülich 10/97 erneut einen äußerst positiven Zuspruch. Schirmherren sind die Bürgermeister Axel Fuchs (Jülich), Jürgen Frantzen (Titz) und Hermann Heuser (Niederzier). Es hat sich offensichtlich herumgesprochen, dass den Kindern und Jugendlichen in der ersten Ferienwoche neben dem Fußballspiel im Karl-Knipprath-Stadion ein spannendes und abwechslungsreiches Programm mit Erlebniseffekt geboten wird.

„Gewinner seid ihr alle“, riefen die Macher des Fußball- und Feriencamps der Jülicher Zehner den Kindern und Jugendlichen zu. Foto: Günter Jagodzinska (Copyright: jago / maxjago)


 Es ist Donnerstagmorgen, wie an den anderen Tagen auch ist der offizielle Start der Übungseinheiten auf 10 Uhr angesetzt. Die ersten Nachwuchskicker sind bereits eine halbe Stunde vor Beginn auf der Anlage eingetrudelt, warten voller Tatendrang auf ihre Trainer. Nach einer Kurzbesprechung mit dem Vorsitzenden der Zehner, Michael Lingnau, und Mitinitiator Hans Scheiba greift Peter Kosprd zum Mikrofon. Bemerkenswert schnell wird die eben noch rumwuselnde Kinderschar ruhig und hört aufmerksam zu: „Gestern ward ihr ja nach zwei Tagen ein bisschen träge, aber das kriegen wir gleich wieder raus“, muntert er auf und ergänzt: „Wichtig ist, dass wir heute wieder viel lachen.“ Aufgeteilt sind die Teilnehmer in fünf nach Fußballvereinen benannte Gruppen. Wolfgang Mittag vom zehnköpfigen ehrenamtlich tätigen Betreuerstab erteilt Anweisungen zum Warmmachen, dann geht es los mit dem ersten Spiel des Tages. Drei mal 15 Minuten dauert die Partie zwischen dem FC Liverpool und dem 1. FC Köln. Auf einem anderen Platz üben die Zehnerfrösche und die Camp-Teams Bayern München und CF Barcelona taktische Feinheiten oder toben zwischendurch einfach ihren Bewegungsdrang aus. Die 12-jährigen Kumpels Hannan und Ahmad verraten das Geheimnis, weshalb sie so begeistert dabei sind: „Es macht einfach Spaß. Am Wichtigsten ist Fußball, aber es ist auch toll, dass wir zusammen so viele andere Sachen machen.“ Im Spiel nebenan ist gerade Drittelpause. Trainer Mittag verdeutlicht den Mädchen und Jungs, dass Fußball ein Mannschaftssport ist: „Es nützt gar nichts, sieben Tore zu schießen, wenn du acht kassierst, also musst du auch als Stürmer Abwehrarbeit leisten.“ Dass man auch verlieren kann, gehöre zum Sport dazu, nur den Spaß dürfe man nie verlieren. Die allgemeine Zustimmung der Aktiven ist ihm sicher. Sicher ist aber auch, dass in der restlichen Spielzeit jeder versuchen wird, zu den umjubelten Torschützen zu zählen.

 Nach dem Mittagessen geht es heute für zwei Gruppen ins benachbarte Freibad, die anderen freuen sich auf eine tolle Führung über die Sophienhöhe. Das Highlight zum Abschluss ist der Besuch eines Eis-Cafés in Jülich. „Gestern haben wir am Nachmittag 25 Kilo Melonen, zehn Kilo Bananen und ganze 25 Sandkuchen an die hungrigen Kämpfer verteilt“, erzählt Scheiba lachend, als kurz die Verpflegung angesprochen wird. „Ohne die großzügige Unterstützung vieler Sponsoren wäre ein solches Angebot nicht machbar“, sagt Michael Lingnau und verbindet dies mit einem Dank an die ehrenamtlichen Helfer. Wünschenswert wäre, dass der Familientag am Samstag auf rege Teilnahme stößt. Viele Kinder, die bereits im vorigen Jahr dabei waren, schwärmen heute noch davon, wie sie bei den vielen Aktivitäten gemeinsam mit ihren Eltern ein paar unvergessliche Stunden erlebten. (jago)