Auftakt der Konzertreihe 2022 des Jazzclub Jülich - CLIMAX BAND COLOGNE

Jülich. Mit dem Gastspiel der „Climax Band Cologne“ startete der Jazzclub Jülich im Jülicher Kulturbahnhof vielversprechend in seine diesjährige Konzertsaison. Das bereits vor zwei Jahren angesetzte, dann aber Corona bedingt ausgefallene Konzert, ging nun unter Einhaltung der 2G-Regeln über die Bühne.

Climax Band CologneZum Auftakt der neuen Konzertsaison präsentierte der Jazzclub Jülich die „Climax Band Cologne“. Das überaus gelungene Gastspiel bestach durch die individuelle Klasse der einzelnen Bandmitglieder. Foto: Günter Jagodzinska


1973 hat sich die Climax Band Cologne als „reine Dixieland-Truppe“ gegründet. Die im Lauf ihrer musikalischen Entwicklung gewonnene stilistische Vielfalt vom Dixie über den Swing bis hin zu rockigen Tönen ist inzwischen zum Markenzeichen der Band geworden. Dementsprechend versprach Bandleader Klaus Wegener zum Auftakt des aus drei Sets bestehenden Programms dem erwartungsfrohen Publikum im nahezu ausverkauften Saal: „Wir wollen euch lustig, temperamentvoll und variabel unterhalten.“ Nach dem kurzen „A-Train Intro“ ließen die Musiker beim Auftaktsong „Tuxedo Junction“ sofort ihre unbändige Spielfreude erkennen, die sich nahtlos auf die Zuhörer übertrug. Bereits jetzt wurden erste Soli mit Zwischenbeifall honoriert. Mit kurzen Anmoderationen zwischen den Liedern trug Wegener dazu bei, dass zwischen Band und Auditorium eine fast schon familiäre Atmosphäre entstand. „Wir haben jetzt einen Test für eure Toleranz“, kündigte er „etwas Rockiges“ an. Die leicht eigenwillige Interpretaton des Crusaders-Songs „Put It Where You Want It“ bestand den Toleranztest perfekt.



In einem Jazzkonzert erwartet man nicht unbedingt das neapolitanische Volkslied „Buona Sera Signorina“, aber bei den „Climäxen“ ist fast alles möglich. Donnernder Beifall bestätigte, dass deren Version einfach Spaß machte und in das musikalische Konzept passte. Im gesamten Set wirkte bei aller Variabilität lediglich die Beatles-Ballade „The Long And Winding Road“ ein wenig deplatziert. Dies störte jedoch den großartigen Gesamteindruck des mit Höhepunkten gespickten Konzerts keineswegs. Immer wieder brandete spontan Beifall auf, wenn die Musiker in diversen Soli wie beispielsweise in „Puttin‘ On The Ritz“ ihre fantastische individuelle Klasse bewiesen.
„Das macht richtig Spaß heute Abend“, verriet Bandleader Wegener nach dem zweiten Set und kündigte „weitere Schmankerl“ an. Ein ganz besonderes war zweifellos das Stück „Snag It“ in einem Chris Barber Arrangement mit einem überragenden Mundharmonika-Solo von Mike Rafalczyk. (jago)


copyright Text und Fotos: Günter Jagodzinska / jago / maxjago